ÄONEN DER ZEIT
Heutzutage ist der Begriff des Aeon des Wassermannzeitalters in aller Munde. Gemeint ist hier eine Zeitepoche von 2.160 Jahren. Zur Berechnung der Zeitalter wird hierfür der Frühlingspunkt in Verbindung mit den astronomischen Sternbildern verwendet. Die Dauer der Zeitspanne, in der die Wanderung des Frühlingspunktes sich durch ein Sternbild vollzieht, beträgt rund 2.160 Jahre.
Aktuell könnte man es als eine Übergangsphase bezeichnen, in der die Menschheit sich gerade befindet. Der Übergang von einer Epoche in die nächstfolgende… ähnlich dem Jahreswechsel, nur eben etwas weitläufiger gedacht.
Und um das Verständnis für diese Dimensionen ein wenig zu öffnen nehme ich Euch heute mit auf eine weitere Zeitreise:
Das Wort Äon (vom griechischen aiōn, welches „Zeitalter“ bedeutet) bezeichnet im Allgemeinen einen extrem langen, unbestimmbaren Zeitraum oder die größte Zeiteinheit in der Geologie.
In der Geochronologie stellt ein Äon die oberste Gliederungseinheit der Erdgeschichte dar. Ein geologisches Äon umfasst typischerweise etwa eine Milliarde Jahre und ist weiter unterteilt in Ären (nicht zu verwechseln mit Ähren, den Blüten- und Fruchtständen von Getreide oder Gräsern!), Perioden, Epochen und Alter.
Wenn eine Milliarde Jahre nur ein Wimpernschlag sind und 1000 Jahre ein Tag!
Vielleicht kennt ihr sie auch noch, die Serie „Es war einmal der Mensch“. Wie diese kleine Zeitmaschine die Jahrmillionen durchlaufen lief… und immer wieder anhielt, um einen Einblick in die jeweilige Zeit zu gewähren. Als Kind blickte ich wie hypnotisiert auf diesen kleinen Kasten.
Für alle die nicht wissen, wovon ich spreche:
Stell Dir eine Sanduhr vor, die nicht Stunden oder Tage misst, sondern die Ewigkeit. Jedes einzelne Sandkorn in ihr steht für Tausende von Jahren menschlicher Geschichte. Und der gesamte Inhalt dieser unvorstellbaren Uhr? Das ist nur ein Wimpernschlag in einem Äon.
Das Wort „Äon“ klingt fast mythisch. Es entstammt dem Altgriechischen (Aion) und bedeutet so viel wie Lebenszeit, Zeitalter oder Ewigkeit. Doch fernab von philosophischem Pathos ist das Äon eine der radikalsten und faszinierendsten Ideen, die die Wissenschaft zu bieten hat.
Es zwingt uns, die Grenzen unserer eigenen, winzigen Existenz zu sprengen und über Zeiträume nachzudenken, die unseren Verstand übersteigen. Die Skala der Unvorstellbarkeit! Unfassbar….
Der Mensch neigt dazu, Geschichte in Generationen, Jahrhunderten oder vielleicht noch in Jahrtausenden zu messen. Unsere Zivilisation, die Pyramiden, das Römische Reich – all das passt in die letzten paar tausend Jahre. Da sprengt es bereits das Vorstellungsvermögen der Archäologen, wenn Stätten wie Göbekli Tepe und Karahan Tepe mit Datierungen von rund 11.-12.000 Jahren vor unserer Zeit aus dem Boden auftauchen und damit 6.000 -7.000 Jahre älter als die Pyramiden und Stonehenge sind.
Ein geologisches Äon hingegen ist die größte offizielle Zeiteinheit in der Erdgeschichte. Es ist der Maßstab der Planetenbildung.
- Ein Äon ist typischerweise eine Milliarde Jahre lang.
Zur besseren Visualisierung: Würde man die gesamte Erdgeschichte (4,6 Milliarden Jahre) auf die Länge eines Fußballfeldes strecken, würde die gesamte menschliche Zivilisation in den letzten Millimeter am Ende des Feldes passen. Der Rest? Das sind Äonen!
Die Geschichte unseres Planeten ist in vier große Äonen unterteilt, die jeweils dramatische, weltverändernde Ereignisse markierten und die ganze Welten neu formten.
Betrachten wir diese Planeten-Saga in 4 Akten:
Akt I: Das Hadaikum (Die Höllenlandschaft)
Vor 4,6 bis 4 Milliarden Jahren
Stell Dir einen Ort vor, der direkt aus einem Albtraum stammt: keine Atmosphäre, kochende Magmaozeane, unablässiger Meteoritenbeschuss und eine Sonne, die den Planeten glühend heiß hält. Das Hadaikum („Höllenzeit“) war die Geburtsstunde der Erde, ein brutales, gewalttätiges Chaos. Am Ende dieses Äons, als die Oberfläche abkühlte, kondensierte der Wasserdampf und schuf die ersten Ozeane.
Akt II: Das Archaikum (Die dämmrige Welt)
Vor 4 bis 2,5 Milliarden Jahren
Die Welt beruhigte sich, aber sie war noch immer giftig und sauerstoffarm. Das Archaikum war die Ära der Mikroben. Tief in den Ozeanen, an hydrothermalen Quellen, entstand das erste Leben. Diese einfachen, einzelligen Organismen waren die einzigen Bewohner für über eine Milliarde Jahre. Sie waren die stillen Architekten unserer Zukunft, die langsam begannen, die Chemie des gesamten Planeten zu verändern.
Akt III: Das Proterozoikum (Das erste Tierleben)
Vor 2,5 Milliarden bis 541 Millionen Jahren
Dieses Äon war die Zeit der großen Transformationen! Die Ur-Bakterien des Archaikums begannen, riesige Mengen an Sauerstoff in die Atmosphäre zu pumpen – ein Gas, das für das damalige Leben giftig war, aber die Bühne für komplexere Organismen bereitete (kommt uns das irgendwie bekannt vor?). Hier entstanden die ersten mehrzelligen Lebewesen und am Ende die ersten primitiven Tiere. Das Proterozoikum endete mit dem sogenannten „Schneeball Erde“, einer globalen Eiszeit, die den Planeten fast vollständig bedeckte.
Akt IV: Das Phanerozoikum (Die Ära des sichtbaren Lebens)
Vor 541 Millionen Jahren bis heute
Dies ist unser Äon, das „Zeitalter des sichtbaren Lebens“. Plötzlich, in einer Explosion der Evolution, die als Kambrische Explosion bekannt ist, füllten komplexe Tiere die Ozeane. Hier entwickelten sich Fische, Amphibien, Dinosaurier, Säugetiere und schließlich der Mensch. Im Vergleich zu den drei vorherigen Akten ist das Phanerozoikum nur ein kurzes Nachspiel.
Die wahre Faszination – und vielleicht auch der Schrecken – des Äons liegt in der Perspektive, die es bietet. Wenn man in diesen Zeitskalen denkt, wird einem bewusst, wie vorübergehend alles ist, was wir für permanent halten. Kontinente driften wie Eisschollen über den Planeten. Gebirge werden geboren und wieder zu Staub zermahlen. Ganze Arten, die Hunderte von Millionen Jahren existierten, verschwinden spurlos.
Ein Äon lehrt uns Demut. Es erinnert uns daran, dass wir nicht die Besitzer dieses Planeten sind, sondern nur kurzfristige Gäste, die das Privileg haben, auf der Oberfläche einer 4,6 Milliarden Jahre alten, sich ständig verändernden Welt zu wandeln.
Die Uhr tickt weiter. Die Sandkörner fallen unaufhörlich. Und das nächste Äon hat bereits begonnen.
„1000 Jahre sind ein Tag“ findet sich zudem in einem bekannten, biblischen Zitat (aus dem 2. Petrusbrief im Neuen Testament, wo es heißt: „Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre sind wie ein Tag“) und drückt genau die göttliche oder kosmische Perspektive auf die Zeit aus.
In Bezug auf das Konzept des Äons erhält dieser Satz eine ganz neue, fast schon wissenschaftliche Dimension:
Der menschliche Maßstab: Tausend Jahre sind für uns eine Ewigkeit, eine unvorstellbare Spanne voller Geschichte, Dynastien und Wandel beinhaltet.
Der Äon-Maßstab: Im Vergleich zu einem einzigen Äon (einer Milliarde Jahre) sind 1.000 Jahre tatsächlich weniger als ein Wimpernschlag und kaum messbar.
Diese einfache, aber mächtige Metapher zeigt, wie relativ unser eigenes Zeitgefühl ist, wenn wir es mit der geologischen oder gar universellen Zeitskala vergleichen.
Doch komme ich zurück in den irdischen Bereich:
Ob sich ein Stromversorger wohl seinen Namen mit einem gewissen langanhaltenden „Haltbarkeitsdatum“ von Aeon abgeleitet hat, oder nur „Elektrizität an“ zum Ausdruck bringen möchte, lasse ich jetzt mal dahingestellt…. 😉
Wir haben jedenfalls gesehen, dass der Begriff des Äon in der Philosophie (Aion als Lebensnerv oder Weltgeist) und der Theologie (Zeitabschnitte der Weltgeschichte) seine Verwendung findet.
In der Medizin war Aion eine Bezeichnung für das Rückenmark (als Lebensnerv). Später wurde AION (anterior ischämische Optikusneuropathie) als Akronym für eine akute Durchblutungsstörung des Sehnervs verwendet.
Könnte es sein, dass diese Durchblutungsstörung vielleicht Analogien mit der Verengung im galaktischen Tubus aufweist, der sich am „Momentum der Quantenfluktuation“ bildet? (Liebe Experten habt Nachsicht mit meinem Versuch dieses Phänomen zu beschreiben – mir fehlen dazu schlichtweg die Worte, doch füge ich ein Bild bei, dass meinen Gedanken inspiriert hat)

Max Planck Institut: Kosmische Entwicklung in einem zyklischen Universum: Der Urknall wird durch einen „Rückprall“ ersetzt, aus dem unser Universum als Ergebnis eines gleichmäßigen Übergangs von einer frühen Epoche des Zusammenziehens zur gegenwärtigen Expansionsphase geboren wird. © Anna Ijjas
Vielleicht sind Mikrokosmos und Makrokosmos doch enger miteinander verbunden als wir meinen? Oder sollte es nur ein Zufall sein, dass sich das Universum in unseren Augen wiederspiegelt?
Habt ihr schon einmal einem Neugeborenen in die Augen geblickt? Es ist, als ob ihr die Sterne funkeln seht und zugleich in die dunklen Weiten des Alls absorbiert werdet.
Wenn auch vieles im Unklaren liegen mag, so ist eines klar:
Das was wir heute in die Welt bringen, hat auf alle Fälle Einfluss auf die nächsten 2000 Jahre. Mindestens!
Wer daran noch zweifelt, (ist ja auch eine, wie bereits beschriebene, unvorstellbare Zeitdimension) braucht sich nur rückblickend das Wirkungsspektrum der letzten Epoche im Fische Zeitalter und dem einst aus dem Samen empor gekeimten Christentum ansehen.
Wer von den unzähligen Menschen hätte damals je zu glauben gewagt, dass es möglich sei, von heute auf morgen den weltweiten Glauben an eine göttliche Kraft von Mutter Natur abzusprechen, und durch einen imaginären Gottvater, seinen Sohn und den heiligen Geist auszutauschen…. Geschichten der Dualität, die das Leben schrieb…
Auch hier gilt, sich daran zu erinnern, dass es an uns liegt, (oder sollte ich besser in uns sagen), den einenden Gedanken in uns aufkeimen zu lassen. Das neue Äon hat bereits begonnen.
Schreibe in die Kommentare, was Dich dazu bewegt, was Du Dir für die nächste Epoche wünscht und woran Du wirklich zu glauben vermagst. Jeder unserer Gedanken formt unsere Realität. Die Gedanken sind frei und Bescheidenheit war gestern 😉 Ganz nach dem Motto: Der Glaube kann Berge versetzen!
Mehr zur formgebenden elementaren NaturKraft im nächsten LogBlog…
Bildtitel Foto: Illustrationscredit: Pablo Carlos Budassi via Wikipedia
Verlinkung Äonen-Abschnitte: mit freundlicher Genehmigung von Gunter Heim: https://www.rhetos.de/html/lex/aeonen.htm
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